Birkhühner

Mensch und Biosphäre im Biosphärenreservat Rhön, dem "Land der Offenen Fernen"

Birkhühner

Beitragvon _.,;:~`'no_fear'´~:;,._ am 19 Sep 2006 22:35

Guten Tag,

im Birkhuhnzählbericht (http://www.biosphaerenreservat-rhoen.de ... jahr06.pdf) der Wildland GmbH (was wohl die Regierung von Unterfranggen der Wildland GmbH und ihren 115 (!) Birkhuhnzählern zahlt, um einen solchen Bericht zu erstellen?) steht geschrieben:

Im Jahr 2006 wurden 16 Hähne und 13 Hennen im NSG „Lange Rhön“ erfasst. Am
Himmeldunkberg gelang kein Birkhuhnnachweis. Auch in der hessischen Rhön konnten bei
der zeitgleich stattfindenden Zählung leider keine Birkhühner nachgewiesen werden,
nachdem im Jahr 2003 noch 2 Hähne im Roten Moor balzten und mindestens eine Henne im
Spätherbst 2005 im Roten Moor beobachtet werden konnte.


Warum haben sich die Birkhühner am Roten Moor vom Acker gemacht? Dazu muss man erstmal wissen, was diese Tierchen brauchen um sich wohl zu fühlen. Als sog. Kulturfolger halten sie sich da auf, wo der Mensch schon mal Hand angelegt hatte. Beispielsweise braucht der Birkhahn zur Balz eine gemähte Wiese, sonst balzt er nicht und dann gibt´s im nächsten Jahr wieder weniger zu zählen.

Warum war jetzt das Birkhuhn mal da und ist jetzt weg? Ganz früher war die Rhön bewaldet, und damit uninteressant fürs Hühnchen. Als dann aus der wilden Waldregion vermittels Abholzung das "Land der Offenen Fernen" geschaffen worden war, kümmerten sich über lange Zeit Schafe um die Freihaltung der Flächen, und sorgten nebenbei durch das Abweiden der Wiesen für feinste Balz-Rasen.

Nach und nach haben die Schafe ihre wichtige Aufgabe wohl vernachlässigt, und viele Flächen drohen mittlerweile wieder zu verbuschen.

Am Roten Moor jedoch wurde auf einer großen Wiese über viele Jahre hinweg Segelflug-Windenschlepp betrieben. Dementsprechend wurde die Wiese mehrmals im Jahr gemäht, weswegen dieses Revier von den damals noch anwesenden Birkhähnen zur Balz aufgesucht wurde.

Den Rest kann man sich schon denken: Aus "Naturschutz-"Gründen wurde der Windenschlepp dort untersagt, die Wiese wuchs hoch, und das Ergebnis ist im Zählbericht dokumentiert.

Das ist nur ein ganz kleines Beispiel für Naturschutz, der auf gut rhönerisch "goor nüschd" getaugt hat - und dafür, wie verrückt es ist, den Rhönern die Nutzung ihrer eigenen Heimat zu untersagen, um genau diese Nutzung danach unter Ausschöpfung aller nur möglichen Förder- und Subventionsmittel und natürlich erst nach Vergabe von Aufträgen für alle nur denkbaren Gutachten künstlich zu simulieren, damit die Rhön für die Umbrella-Species "Birkhuhn" attraktiv bleibt, sollte sie irgendwann mal wieder auf die Idee kommen, hier heimisch werden zu wollen...

no fear!!
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und nun kommt gar nichts mehr??

Beitragvon Yeti am 26 Jan 2007 20:03

Der Birkhuhn Zählbericht aus dem Herbst 2006 ist Anfang 2007 noch immer nicht veröffentlicht ! Warum wohl?

Siehe hierzu: http://www.biosphaerenreservat-rhoen.de ... khuhn.html

Laut Pressemitteilung wurden im Herbst 2006 zehn Hähne und sechs Hennen gezählt.

Wieviele werden davon wohl im Frühjahr noch übrig sein?
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Bisheriger Birkhuhnschutz unsinnig?

Beitragvon _.,;:~`'no_fear'´~:;,._ am 02 Feb 2007 22:52

http://www.mainpost.de - Online-Ausgabe vom 2./3. Februar 2007:


Bisheriger Birkhuhnschutz unsinnig?

BISCHOFSHEIM (KPE) Der bekannte Buchautor und angesehene Professor Josef H. Reichholf hat eine Studie erstellt, die mit dem Birkhuhnschutz in der Rhön hart ins Gericht geht. Unter dem Titel „Die Erhaltung des Birkhuhnvorkommens in der Rhön und der Modellflugsport: Sind Einschränkungen sachlich begründet und zielführend?” hat der renommierte Zoologe die Schützbemühungen und deren Erfolge kritisch unter die Lupe genommen – und kaum ein gutes Haar daran gelassen.




Es sei fraglich, ob ein Verbot des Luftsports am Himmeldunkberg zu rechtfertigen und zielführend sei, wenn gleichzeitig die Nutzung der „Würzburger Hütte“, die Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen des Vertragsnaturschutzprogramms, die Landwirtschaft, die forstliche Nutzung sowie die Ausübung der Jagd von den Einschränkungen und Verboten ausgenommen bleiben, lautet das Resümee des Wissenschaftlers.

Zunächst geht Reichholf auf die Lebensraum-Ansprüche des Birkhuhns ein. Das Hauptverbreitungsgebiet sei die Taigazone Eurasiens, Skandinavien sowie der alpine Bereich, wobei als Lebensräume lichte und offene Nadelwälder und Moorflächen nötig seien. Großflächige Kahlschläge in Wäldern höherer Mittelgebirge und intensive Nutzung der Moore für Torfabbau, wodurch die Moore offen gehalten worden waren, hatten bis in die jüngste Vergangenheit für Ansiedlungsmöglichkeiten von Birkhühnern gesorgt und isolierte Vorkommen, wie in der Rhön, aufrechterhalten.

Die Entwicklungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs führten fast ausnahmslos zu Rückgängen der Birkhuhnbestände in Mitteleuropa außerhalb der Alpen, so auch in der Rhön. Gab es hier um 1970 noch gut 250 Hähne, wurde im Herbst 2006 das Minimum mit nur noch sechs Hennen und zehn Hähnen erreicht.

Dieses Ergebnis unterstreiche, laut Reichholf, dass die zu kleine isolierte Teilpopulation nicht überlebensfähig sei. Um wirkungsvolle Gegenmaßnahmen zum Schutz des Birkhuhns zu ergreifen, müsse nach den Ursachen des Niedergangs gefragt werden. Reichholf spricht in seiner Studie von der veränderten Struktur des Waldes. Durch neue, vom Naturschutz geforderte und massiv unterstützte Waldentwicklungsziele, gebe es keinen großflächigen Kahlschlag mehr und die Beendigung der Streu- und Weidenutzung in den Wäldern wurde zum erklärten Ziel.

„Das Birkhuhn ist ein Opfer dieser vom Naturschutz favorisierten Entwicklungen”, so Reichholf, und „um dem Birkwild in der Rhön Lebensbedingungen für ein rasches und nachhaltiges Anwachsen der Restbestände zu bieten, müssten Quadratkilometer große Flächen im Kahlschlag abgeholzt und parzellenweise abgebrannt werden. Dann kämen ähnliche Lebensraumbedingungen zustande, wie bei der Entstehung dieses Randvorkommens”.

Solch eine Vorgehensweise habe der Naturschutz aber offenbar nicht geplant, da auch der Pflege- und Entwicklungsplan für den Himmeldunkberg nicht in diese Richtung weise. Störungen durch Wanderer oder andere Störquellen seien hingegen als Rückgangsursache für das Birkhuhn nicht belegt. Hier handele es sich lediglich um Annahmen und Behauptungen. In den 50er- und 60er-Jahren sei die Natur keineswegs störungsärmer gewesen; ganz im Gegenteil. Damals sei viel

häufiger und intensiver nach Verwertbarem (Zapfen, Fallholz, Beeren, Pilze) im Wald gesucht worden.

Reichholf stellt aufgrund dieser Erkenntnisse die Maßnahmen in Frage, die in der Vergangenheit zur Erhaltung des Birkhuhnvorkommens in der Rhön ergriffen wurden und noch werden sollen: „Das bisherige Biotopmanagement reicht offensichtlich bei weitem nicht aus, um den Birkhuhnbestand zu retten.”

Die Entwicklung des Birkhuhnvorkommens in der Rhön gebe keinerlei Hinweise, dass die „angenommenen Störungen” überhaupt irgendeinen Einfluss ausgeübt hätten. Jedenfalls habe das bisherige Management des Birkhuhn-Restbestandes in der Rhön keine Trendumkehr zustande gebracht.

Daten & Fakten

Professor Josef H. Reichholf Der streitbare Wissenschaftler ist seit über 30 Jahren Leiter der Abteilung Ornithologie und Wirbeltiere an der „Zoologischen Staatssammlung München“. Er hält Vorlesungen an beiden Münchener Elite-Universitäten und hat fast 50 Bücher verfasst.


Quelle: http://www.mainpost.de -> Bad Neustadt

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Beitragvon Yeti am 21 Apr 2007 22:06

Birkhun - Quo vadis?

Ende April steht normalerweise die Frühjahrszählung der Birkhühner an. Es ist zu vermuten, daß am 26. April beim Besuch von Umweltminister Schnappauf in Fladungen die tollen Leistungen im Birkhuhn Schutz der letzten Jahre gezeigt werden. (Zur Erinnerung: Rückgang der Population laut Herbstzählung 2006 auf kümmerliche zehn Hähne und sechs Hennen in der gesamten Rhön).

Vor diesem Hintergrund müssen den schon verschleuderten immensen Steuergeldern noch viel mehr Gelder verstärkt hinterher geworfen werden, damit diese kleine inzestöse Vogelpopulation auch in Zukunft bei der exklusiven Safari durch die Rhön, aus 500m Entfernung von ausgewählten politische Vertretern wie Dr. Beinhofer und Co. bewundert werden können.

Nichts für ungut, ich hoffe ich täusche mich! :x
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Beitragvon rhoenreiter am 23 Mai 2007 12:56

Leute, Ihr seid wirklich FIT!

Ich werde von meiner Webpage einen hardcoded link auf diesen Diskussionsfaden setzen.

..das Suchwort "Birkhuhn-Fanatismus" in Google stammt von MIR... 8)
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