Thüringer Rhönhaus auf dem Ellenbogen, Oberweid

In märchenhafter Kulisse

Zwischen rauschenden Tannen und plätschernden Quellen, dort, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, liegt das „Thüringer Rhönhaus“. Ein wenig versteckt, in märchenhafter Kulisse, ist es für den Wanderer nicht gleich zu entdecken. Erst, wer den Höhenweg in eine leichte Senke hinabgewandert ist, steht mitten in einem Idyll aus Gastlichkeit, Naturerlebnis, Ort der Stille und des Glaubens. Die kleine Christophorus-Kapelle begrüßt die Besucher, lädt ein, hineinzutreten und innezuhalten. Sie ist Zierde und Gotteshaus. Steht „zum Dank für gesundheitlich gut überstandene 20 Jahre Aufbauarbeit am Thüringer Rhönhaus“ an einem Ort der Begegnung am Dreiländereck zu Hessen und Bayern.

 

2009 wurde die Kapelle im Auftrag von Familie Lümpert errichtet. Sie sind die Wirtsleute vom „Rhönhaus“, das 1990 von Erika und Hartmut Lümpert aus Oberweid gekauft wurde. Seitdem legt die gesamte Familie ihre ganze Schaffenskraft und Freude hinein, damit sich die Wanderfreunde, Rhönliebhaber und die einheimischen Gäste rundherum wohlfühlen. In den beiden rustikal gestalteten Gasträumen finden 85 Einkehrer Platz. Besonders gemütlich ist es hier im Winter am wärmenden Kaminfeuer, wenn der Gastwirt den Ski- und Schneewanderern über alte Zeiten berichtet. Im Sommer laden neben den Sitzecken am Haus auch die unzähligen Basaltsteine an den Wasserläufen zum Verweilen ein. Derweil sind vor allem auch die Kinder eingeladen, auf Entdeckungstour zu gehen, die Fische im Teich zu beobachten, Wissenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt im Biosphärenreservat Rhön zu erfahren oder einfach nur den großen Zeh in das kühle Nass der Thüringer Rhönhausquelle zu stecken. Im Gehege gegenüber vom Thüringer Rhönhaus sind viele Tiere zu erleben. Zum heimischen „Zoo“ gehören Ziegen, Hasen, Hühner, Schafe, Esel, Ponys, Lachtauben und Frettchen. Wer Glück hat, kann sogar bei der Fütterung mithelfen.

 

Im Thüringer Rhönhaus wird Wert auf Rhöner Gastlichkeit gelegt. Dazu gehört neben viel Humor auch die Rhöner Küche. Selbstgebackener Kuchen ist hier im täglichen Angebot. Dazu wird beim Kochen darauf geachtet, möglichst viele regionale Produkte zu verwenden. Kartoffeln, Salat, Kräuter, Honig Milch, Fleisch, Bier und vieles mehr kommen aus der Region. Der Apfelsaft wird im Thüringer Rhönhaus selbst gepresst. Die Äpfel dafür kommen von den umliegenden Streuobstwiesen.

 

Wer das Idyll etwas länger genießen möchte, kann in einem der fünf Doppelzimmer übernachten. Die Luft hier oben ist frisch und rein auf 761 Metern. Als erloschener Vulkan ist der Ellenbogen mit seiner höchsten Bergkuppe, dem Schnitzersberg (815,5 Meter), der weitaus höchste Berg im thüringischen Teil der Rhön. Durch die direkte Nähe zur hessischen und bayerischen Rhön finden viele Gäste aus dem Dreiländereck den Weg zum „Rhönhaus“. Zahlreiche Wanderwege  schlängeln sich rundherum, vorbei an knorrigen Eichen, kahlen Hutungen, dichten Wäldern und mit dickem Moss bewachsenen Basaltsteinen. Der Naturlehrpfad lädt zur Entdeckungsreise ein, genauso wie der Milseburgweg, der Rhön-Rennsteig-Wanderweg, der Rhön-Höhen-Weg, der Hochrhöner und weitere örtliche Wanderwege. Die Gemeinde Oberweid liegt dem Thüringer Rhönhaus am nächsten bei einer Entfernung von 2,5 Kilometern. Bis Frankenheim sind es 4,5 und das Berghotel „Eisenacher Haus“ ist einen guten Kilometer von hier entfernt.

 

Das Thüringer Rhönhaus steht auf historischem Boden und hat eine wechselvolle Geschichte erlebt, die in den 1920er Jahren begann. Zu dieser Zeit wurde eine Jugendherberge errichtet, die Anfang 1930 vom „freiwilligen Arbeitsdienst“ mit dem Kauf des gesamten Geländes von der Gemeinde Oberweid zum Bau des ersten Arbeitslagers in Thüringen übernommen wurde. Es entstanden 14 verschiedene Gebäude, Straßen und ein Appellplatz. Bis 1935 bestand die Aufgabe des „freiwilligen Arbeitsdienstes“ darin, Straßen und Wege zu bauen, Dränagen zu legen und die Hutungen von Steinen zu befreien.

 

Während der Nachkriegszeit luden die Eltern von Hartmut Lümpert die Wanderer am „Rhönhaus“ bereits zur Einkehr ein. Zu dieser Zeit war ein Teil der Gebäude bereits zerstört. Die Gaststätte war jedoch nur zwei Jahre geöffnet.  Danach nutzte die FDJ die Anlage als Jugendherberge, später die Grenzpolizei als Lager. Bis zur Wende staatlich verwaltet, wurde das Lager Anfang der 1970er abgerissen – bis auf das heutige Thüringer Rhönhaus.

 

Text/Fotos: Katja Schramm


Kurzum: Thüringer Rhönhaus

 

Öffnungszeiten:

 

ganzjährig geöffnet

Mai - September: Mo bis So von 11.00 bis 20.00 Uhr

Oktober: Di bis So von 11.00 bis 20.00 Uhr

November und März: Sa und So 11.00 bis 18.00 Uhr

 

Dezember, Januar, Februar und April:
Mi bis Fr 11.30 bis 16.30 Uhr / Sa und So 11.00 bis 18.00 Uhr

durchgehend warme Küche

 

Inhaber:

Familie Lümpert

98634 Oberweid

Tel.: 036946 / 32060

E-mail: info@thueringer-rhoenhaus.de

www.thueringer-rhoenhaus.de